Antiinfektiva

In der Rubrik „Neueinführungen / Kurzbeschreibungen“ werden seit 1980 kurze, zusammenfassende Beschreibungen aller neu verfügbaren Arzneimittel zur antiinfektiven Therapie veröffentlicht.

 

Eine Kurzfassung des aktuellsten Beitrags aus dieser Reihe finden sie hier:

 

 Eravacyclin - das erste vollsynthetische Tetrazyklin-Antibiotikum

 

Mit Eravacyclin (XERAVA) steht ein neues Tetrazyklin zur Behandlung von komplizierten abdominellen Infektionen zur Verfügung. Das vollsynthetische Antibiotikum besitzt ein breites antibakterielles Spektrum, es widersteht mehreren Resistenzmechanismen. Nach intravenöser Infusion der empfohlenen Dosis von 1 mg/kg Körpergewicht sind die Plasmakonzentrationen relativ gering, ein hohes Verteilungsvolumen weist auf die gute Gewebegängigkeit hin. Es wird vorwiegend oxidativ metabolisiert, mit den Fäzes ausgeschieden und nur in geringem Ausmaß renal eliminiert. Potente CYP-Induktoren, wie Rifampicin oder Johanniskrautpräparate, können eine Dosiserhöhung notwendig machen. In zwei umfangreichen Doppelblindstudien war Eravacyclin bei abdominellen Infektionen den zum Vergleich eingesetzten ß-Laktamantibiotika Ertapenem oder Meropenem nicht unterlegen. In zwei weiteren Studien bei Patienten mit komplizierten Harnwegsinfektionen war die neue Substanz im Vergleich zu Levofloxacin und Ertapenem dagegen nicht überzeugend. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen nach Infusion von Eravacyclin waren Übelkeit und Erbrechen, sowie lokale Reaktionen an der Infusionsstelle. Insbesondere bei abdominellen Infektionen durch Erreger, die gegen die üblichen Antibiotika resistent sind, stellt das neue Tetrazyklin eine wichtige Alternative dar. Ob es auch bei weiteren Indikationen in Frage kommt, wird man erst nach weiterer klinischer Prüfung beantworten können.

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:

6. August 2019

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