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Assoziation zwischen SARS-CoV-2-Impfung und Myokarditis oder Perikarditis

In dieser Meta-Analyse wurde das Risiko einer Myokarditis/Perikarditis nach einer COVID-19-Impfung ausgewertet. Bis zum März 2022 erfolgte eine systematische Literatursuche in sieben Online-Datenbanken. Die Heterogenität wurde anhand des I2-Index geprüft. RR und 95 % CI wurden entweder durch Modelle mit zufälligen oder festen Effekten gepoolt. Es wurden auch Sensitivitätsanalysen durchgeführt. Insgesamt wurden 11 Studien mit insgesamt 58.620.611 Personen einbezogen. Die COVID-19-Impfung war mit einem erhöhten Risiko für Myokarditis oder Perikarditis assoziiert (RR=2,04; 95 % CI=1,33, 3,14). Darüber hinaus wurde ein gegenüber der ersten Dosis erhöhtes Risiko für Myokarditis oder Perikarditis bei Personen nach der zweiten Dosis festgestellt (RR=4,06; 95 % CI=2,08, 7,92). Eine erhöhte Inzidenz von Perikarditis oder Myokarditis wurde vor allem bei Personen gefunden, die die Impfstoffe BNT162b (COMIRNATY) und mRNA-1273 (SPIKEVAX) erhielten.

 

Fazit
Die derzeitigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die COVID-19-Impfung mit einem erhöhten Risiko für Myokarditis oder Perikarditis verbunden ist. Außerdem haben Personen, die die zweite Dosis erhalten haben, im Vergleich zur ersten Dosis ein höheres Risiko, an Myokarditis oder Perikarditis zu erkranken. Daher sollten Entscheidungen über die COVID-19-Impfung eine Risikobewertung des Nutzens der COVID-19-Impfung in allen Alters- und Geschlechtsgruppen beinhalten. Die Ergebnisse sind jedoch durch die Anzahl und Qualität der eingeschlossenen Studien begrenzt, und es sind weitere gut konzipierte Studien erforderlich, um die möglichen Mechanismen zu erklären, durch die COVID-19-Impfstoffe das Risiko einer Myokarditis oder Perikarditis erhöhen können.

 

 

Gao J et al. A Systematic Review and Meta-analysis of the Association Between SARS-CoV-2 Vaccination and Myocarditis or Pericarditis. Am J Prev Med. 2023 Feb;64(2):275-284.
doi: 10.1016/j.amepre.2022.09.002. Epub 2022 Sep 26.

27.1.2023

Nachruf für Professor Ralf Stahlmann

Am 5. Januar 2023 verstarb Prof. Ralf Stahlmann, ehemals kommissarischer und stellvertretender Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Ralf Stahlmann ist nach langer, geduldig ertragener schwerer Erkrankung in seinem Haus in Berlin – Lichterfelde friedlich eingeschlafen.
 
Ralf Stahlmann wurde am 10. Februar 1950 in Mennighüffen, einem Ortsteil der Stadt Löhne in Nordrhein-Westfalen, geboren. Er absolvierte sein Abitur in Bad Oeynhausen und studierte von 1968 bis 1974 erfolgreich Pharmazie in Hamburg sowie von 1974 bis 1980 Medizin in Berlin. 1981 folgte die Promotion zum Thema „Pharmakokinetik und therapeutische Anwendung neuer oraler Cephalosporin-Antibiotika“ im Forschungslabor Antiinfektiva (Prof. H. Lode) des Klinikum Steglitz der FU Berlin. Von 1980 bis 2000 war er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Toxikologie und Embryonalpharmakologie der FU Berlin (Prof. D. Neubert), an dem er 1989 im Fach Pharmakologie und Toxikologie mit einer Arbeit über „Untersuchungen zur Reproduktionstoxizität von Chemotherapeutika“ habilitiert wurde. Von 1992 bis 1993 arbeitete Ralf Stahlmann als Visiting Professor am Department of Pharmacology and Toxicology, Purdue University, West Lafayette, USA und trat im Juli 1992 der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie e.V. bei, in der er bis zum Ende ein engagiertes und allseits beliebtes Mitglied war. 1995 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der FU Berlin. Von 2000 bis 2010 war er Universitätsprofessor (C3/W2) im Fachbereich Humanmedizin und fungierte dabei zunächst als kommissarischer, später als stellvertretender Direktor am Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Charité (Prof. R. Kreutz). 2008 initiierte Ralf Stahlmann den Masterstudiengang Toxikologie an der Charité, den er bis 2018 leitete. Weiterhin war er von 2005 bis 2021 Vorsitzender der Ethikkommission der Charité (Ausschuss CBF). Seit 2015 repräsentierte er Deutschland als Mitglied im RAC (Risk Assessment Committee) der European Chemical Agency in Helsinki.
Wissenschaftliche Schwerpunkte von Ralf Stahlmann waren die Arzneimittel- und Reproduktionstoxikologie. So erarbeitete er mit seiner Forschungsgruppe in Zell- und Tierexperimenten unter anderem grundlegende Erkenntnisse zur Toxikologie von Fluorchinolonen.
 
Der Verfasser dieses Nachrufs hatte das Privileg mit dem Verstorbenen über 40 Jahre in freundschaftlicher, kollegialer und erfolgreicher Zusammenarbeit die Zeitschrift für Chemotherapie (heute: Zeitschrift für Infektionstherapie) herauszugeben. Ralf Stahlmann war die Seele der Zeitschrift und hatte eine besondere Begabung auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Publizistik. Zahlreiche gemeinsame wissenschaftlichen Publikationen beruhten auf dieser produktiven Kooperation, die geprägt war durch beiderseitiges, intensives Interesse an den Fortschritten der Infektionstherapie.
 
Privat war Ralf ein Freund der klassischen Musik. Er widmete sich intensiv seiner Familie und hinterlässt eine sehr fürsorgliche Ehefrau, zwei Töchter und drei Enkel. Technische Neuigkeiten in der Musik- und Medienwelt faszinierten ihn und er fotografierte leidenschaftlich gerne und gut. Im Urlaub zog es ihn immer wieder nach Spanien, da die spanische Mentalität ihm sehr zusagte und eine wirksame Erholung garantierte.

Ralf Stahlmann war ein stets positiv denkender, in sich ruhender, breit interessierter und kluger Mensch, den wir sehr vermissen werden.
 
 
Prof. Hartmut Lode
 
Gründungsherausgeber der
Zeitschrift für Infektionsmedizin

 

27.1.2023

COVID-19 Kompendium (4., erw. u. akt. Auflage)

Download über StreamedUp

 

COVID-19 Erkrankungen weltweit

Website der Johns Hopkins University

 

COVID-19 Erkrankungen in Deutschland (Landkreise)

Website des Robert Koch-Instituts (RKI)

 

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