Willkommen bei der Zeitschrift für Infektionstherapie!

 

 

INFEKTIO aktuell

Aktuelle Informationen zur Infektionstherapie

 

 

August 2016

 

23. August 2016

Warnhinweis „Antibiotikaallergie“ oftmals falsch!

 

Viele Patienten haben einen Vermerk über eine Allergie gegen Penicilline oder andere Antibiotika in den Akten, der sich bei genauer Überprüfung als falsch erweist. Die Betroffenen erhalten als Folge der Warnhinweise meist relativ schlecht verträgliche, weniger wirksame Alternativen. Um die Situation zu verbessern, sollte ein Hinweis auf eine Antibiotikaallergie nur bei eindeutiger Diagnose in eine Krankenakte aufgenommen werden. Der Eintrag sollte detailliert erfolgen, damit die Art der allergischen Reaktion erkennbar ist. Im Zweifelsfall kann die Überprüfung der anamnestischen Angaben durch spezielle allergologische Untersuchungen erfolgen. So lässt sich sicherstellen, dass nach Möglichkeit das wirksamste Antibiotikum mit den geringsten Risiken verabreicht wird.

 

1. Knezevic B et al. The revolving door: antibiotic allergy labelling in a tertiary care centre. Intern Med J. 2016 Aug 17.  [Epub ahead of print] PMID: 27530619.

 

2. Bourke J et al. Improving the Effectiveness of Penicillin Allergy De-labeling. J Allergy Clin Immunol Pract. 2015;3:365-34.e1  PMID: 25609352.

 

23. August 2016

Allergien als unerwünschte Wirkungen einer Antibiotika-therapie

 

Das Heft 5, 2014 dieser Zeitschrift ist jetzt als PDF-Datei frei verfügbar. Der Übersichtsartikel beschreibt schwerwiegende allergische Reaktionen als unerwünschte Wirkungen einer Antibiotikatherapie (alle Ausgaben von 1980 bis 2016 finden Sie im Archiv).

 

4. August 2016

Borrelia recurrentis - Infektion

 

Ärzte aus München berichten in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine über einen 16-jährigen Flüchtling  aus Somalia, der mit Kopfschmerzen, abdominellen Beschwerden, sowie Fieber und Tachykardie in einem Krankenhaus aufgenommen  wurde. Im Blutausstrich  ließen sich Spirochäten nachweisen (Abbildung), mittels PCR-Unter-suchung konnte der Erreger als Borrelia recurrentis identifiziert werden. Die Diagnose Läuse-Rückfallfieber war damit gesichert, der Patient wurde erfolgreich mit Doxycyclin behandelt.

 

von Both, U., Alberer, M. Borrelia recurrentis infection. N Engl J Med 2016; 375;e5 (FREE FULL TEXT)

 

 

3. August 2016

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie 

(bis 2015: Zeitschrift für Chemotherapie)

 

Heft 4, 2016 der Zeitschrift für Infektionstherapie ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur mit Passwort für Abonnenten). In dem Übersichtsartikel werden Aktuelle Aspekte einer Therapie mit Vancomycin zusammenfassend dargestellt.

 

Die Kurzbeschreibung des Kombinationspräparats ZAVICEFTA mit dem neuen ß-Laktamase-Inhibitor Avibactam ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag Screening-Untersuchungen auf multiresistente Erreger in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie.

 

Juli 2016

 

14. Juli 2016

Übersichtsartikel „Akute infektiöse Diarrhö“

 

Das Heft 4, 2014 (PDF) dieser Zeitschrift ist jetzt frei verfügbar. Der Übersichtsartikel beschreibt die Pathogenese, Diagnose und Therapie der akuten infektiösen Diarrhö. In der Rubrik Neueinführung finden Sie eine kurze Beschreibung des Integrase-Inhibitors Dolutegravir (alle Ausgaben von 1980 bis 2016 finden Sie im Archiv).

 

13. Juli 2016

Neue Empfehlungen zur antiretroviralen Therapie

 

In den vergangenen zwei Jahren sind mehrere Arzneistoffe zur antiretroviralen Therapie zugelassen worden. Neue Studiendaten zeigen, dass sie die Therapie einfacher, effektiver und besser verträglich machen. Eine Aktualisierung der Empfehlungen der International Antiviral Society-USA wurde daher als notwendig angesehen. Diese Empfehlungen geben den Integrase-Inhibitoren einen hohen Stellenwert in der Initialtherapie. Die drei verfügbaren Wirkstoffe dieser Gruppe, Dolutegravir, Raltegravir und Elvitegravir werden in Kombination mit Emtricitabin und Tenofovir-Alafenamid empfohlen. Dolutegravir liegt auch in Kombination mit zwei alternativen Nukleosiden, dem Lamivudin und Abacavir vor. Mit der Behandlung soll umgehend nach Diagnosestellung begonnen werden.

 

Die Empfehlungen wurden im JAMA vom 12. Juli 2016 publiziert.

 

Günthard HF et al. Antiretroviral Drugs for Treatment and Prevention of HIV Infection in Adults: 2016 Recommendations of the International Antiviral Society-USA Panel. JAMA. 2016 Jul 12;316:191-210 (TEXT FREI VERFÜGBAR)

 

5. Juli 2016

Procalcitonin-Messungen reduzieren den Antibiotika-verbrauch auf Intensivstationen

 

Die Entscheidung zur Beendigung einer antibiotischen Therapie bei intensivmedizinisch behandelten Patienten ist häufig schwierig und orientiert sich überwiegend an klinischen Parametern. Eine Studie in niederländischen Krankenhäusern an mehr als 1.500 Patienten unterstrich die Vorteile einer Procalcitonin-orientierten Therapie: bei der Hälfte der Teilnehmer wurden die Antibiotika abgesetzt, wenn die Procalcitonin-Konzentration um 80% abnahm oder unter 0,5 µg/l lag. In dieser Gruppe verstarben weniger Patienten (19,6% vs. 25%) und der Antibiotikaverbrauch konnte signifikant reduziert werden. Entscheidend für die Umsetzung dieser Ergebnisse im klinischen Alltag wird die Bilanz aus reduzierten Kosten für die Antibiotika und den zusätzlichen Aufwendungen für die Diagnostik sein.

 

de Jong E et al. Efficacy and safety of procalcitonin guidance in reducing the duration of antibiotic treatment in critically ill patients: a randomised, controlled, open-label trial. Lancet Infect Dis. 2016;16:819-27

 

 

1. Juli 2016

Aspergillosis: Aktualisierte IDSA-Empfehlungen

 

Aktualisierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Aspergillus-Infektionen wurden von der amerikanischen infektiologischen Gesellschaft (IDSA) publiziert (Patterson TF et al., Practice Guideline for the Diagnosis and Management of Aspergillosis. Clin Inf Dis 2016; June 29, Volltext frei verfügbar)

 

Juni 2016

 

30. Juni 2016

Azol-Resistenz bei Aspergillus fumigatus - droht eine “Postazol-Ära”?

 

Im Vergleich zu der breiten Diskussion über die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika, wird der kontinuierlichen, weltweiten Entwicklung der Azolresistenz von Aspergillus fumigatus relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Mit einer zunehmenden Ausweitung der Resistenz bei Aspergillus fumigatus muss jedoch gerechnet werden, wie unter anderem aktuelle Daten aus Dänemark belegen.1 Bei einer weiter zunehmenden Resistenzhäufigkeit werden die heutigen Therapieempfehlungen bei Infektionen mit diesem Erreger in Frage gestellt. Infektiologen warnen vor einer „Postazol-Ära“. Azole, wie Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol und Isavuconazaol, die bisher zu den primär empfohlenen Mitteln bei Infektionen mit diesem Erreger zählen, würden erheblich an Bedeutung verlieren, wenn die Resistenzhäufigkeit weiter zunimmt und im Bereich von 10% oder mehr liegt.2 Erst wenn wir besser verstehen, wie sich diese Resistenzen entwickeln und ausbreiten und wie die Resistenzentwicklung mit dem medizinischen und außermedizinischen Gebrauch zusammenhängt, könnten Wege gefunden werden, die Entwicklung aufzuhalten.

 

1. Jensen RH et al. Azole-resistant Aspergillus fumigatus in Denmark: a laboratory-based study on resistance mechanisms and genotypes. Clin Microbiol Infect. 2016 Apr 16.  [Epub ahead of print]

 

2. Verweij PE, Chowdhary A, Melchers WJ, Meis JF. Azole Resistance in Aspergillus fumigatus: Can We Retain the Clinical Use of Mold-Active Antifungal Azoles? Clin Infect Dis. 2016;62:362-8 (Volltext frei verfügbar)

 

Hinweis: Eine Übersichtsarbeit zur „Therapie von Aspergillus-Infektionen“ erschien in Heft 1, 2014 dieser Zeitschrift (frei verfügbar im Archiv).

 

Hinweis: Beachten Sie auch die Beiträge „Aspergillus Spezies, Teil 1 und Aspergillus Spezies,Teil 2“ in der Rubrik „Wichtige Erreger in Klinik und Praxis“.

 

 

 

17. Juni 2016

Chronische Brucellose der Milz – ein Fallbericht

 

Brucellosen sind in Mitteleuropa selten. In Deutschland werden pro Jahr etwa 20 bis 40 Fälle gemeldet (RKI-Ratgeber). Neben der akuten Infektion mit undulierendem Fieber sind chronische Verläufe mit unterschiedlichen Organmanifestationen bekannt. Aus Minnesota, USA, wird über einen 86-jährigen Patienten berichtet, bei dem es offenbar nach mehreren Jahrzehnten zu einer Reaktivierung einer chronischen Brucellose kam. In Blutkulturen wurde Brucella suis nachgewiesen, im CT (Abbildung) war eine ca. 4 x 4 cm große Struktur auffällig, die als Milzmanifestation der Erkrankung gedeutet wurde. Nach einer Behandlung des Patienten mit Doxycyclin, Rifampicin und Cotrimoxazol besserte sich der Zustand innerhalb von 10 Tagen. Um einen weiteren Rückfall zu vermeiden, ist eine kontinuierliche Suppression mit Doxycyclin vorgesehen.

 

Costello, M. und Enzler, M.J.

Chronic splenic Brucellosis. N Engl J Med 2016; 374:2377

 

Mai 2016

 

27. Mai 2016

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie  (bis 2015: Zeitschrift für Chemotherapie)

 

Heft 3, 2016 der Zeitschrift für Infektionstherapie ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur mit Passwort für Abonnenten). Der Übersichtsartikel widmet sich der Frage, ob eine Therapie von Harnwegsinfektionen trotz "Resistenz" der Erreger möglich ist.

 

Die Kurzbeschreibung des Kombinationspräparats zur antiretroviralen Therapie GENVOYA mit dem neuen Inhaltsstoff Tenofovir-Alafenamid ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie  Empfindlichkeitstestung von Bakterien

 

27. Mai 2016

Zwei neue Kombinationspräparate zur Behandlung der chronischen Hepatitis C

 

Das zuständige Komitee (CHMP) der EMA hat die Zulassung von zwei neuen Kombinationspräparaten EPCLUSA und ZEPATIER zur Behandlung der chronischen Hepatitis C empfohlen. Pressemitteilung der EMA, 27. Mai 2016

 

EPCLUSA enthält den bereits länger bekannten Polymerase-Inhibitor Sofosbuvir plus Velpatasvir, einen Hemmstoff des NS5A-Proteins im Replikationskomplex. Das neue Arzneimittel besitzt Aktivität gegen alle sechs Genotypen des Virus. In klinischen Studien führte es bereits nach 12 Wochen zu einer Beseitigung von HCV bei über 90% der Patienten.

Feld JJ et al. ASTRAL-1 Investigators. Sofosbuvir and Velpatasvir for HCV Genotype 1, 2, 4, 5, and 6 Infection. N Engl J Med. 2015 Dec 31;373(27):2599-607 FREE FULL TEXT

 

ZEPATIER ist eine Kombination aus dem NS5A-Inhibitor Elbasvir und dem Protease-(NS3/4A)-Inhibitor Grazoprevir. Ein Therapieerfolg war nach 12 Wochen bei mehr als 90% der Patienten mit HCV-Infektionen vom Genotyp 1 und 4 feststellbar.

Lawitz E et al. Efficacy and safety of 12 weeks versus 18 weeks of treatment with grazoprevir (MK-5172) and elbasvir (MK-8742) with or without ribavirin for hepatitis C virus genotype 1 infection in previously untreated patients with cirrhosis and patients with previous null response with or without cirrhosis (C-WORTHY): a randomised, open-label phase 2 trial. Lancet. 2015 Mar 21;385(9973):1075-86

 

 

11. Mai 2016

Aktinomykose am Knie – ein Fallbericht

 

Actinomyces spp., die Erreger der Aktinomykose, gehören zur normalen Standortflora auf Schleimhäuten des Menschen. Die anaerob wachsenden Bakterien können nach Traumata endogene Infektionen verursachen. Der klinische Verlauf ist sehr variabel. Initial bilden sich harte, blaurot verfärbte, schmerzhafte Schwellungen, im weiteren Verlauf kann es zu multiplen Abszessen mit nekrotisierenden Einschmelzungen, Perforationen oder Fistelbildung kommen.

In einer Kasuistik wird der Fall eines 33 Jahre alten Mannes aus Kolumbien beschrieben, der nach einer schweren Verletzung am linken Knie chronisch verlaufende ausgedehnte Verfärbungen und Schwellungen aufwies. An ein chirurgisches Debridement schloss sich eine langfristige orale Therapie mit Amoxicillin / Clavulansäure an, nachdem mit intraoperativ gewonnenem Material der Nachweis von Actinomyces spp. gelungen war. Die langfristige Behandlung bewirkte zwar eine Besserung, aber keine vollständige Heilung. Die Bilder der Veröffentlichung im New England Journal of Medicine belegen den ausgedehnten Befund und die ungewöhnliche Lokalisation der Läsionen.

 

Cataño JC, Gómez Villegas SI. Cutaneous Actinomycosis. N Engl J Med. 2016 May 5;374(18):1773.

 

 

11. Mai 2016

Demnächst neu auf dem Markt in Europa:

Ceftazidim / Avibactam

 

Vom CHMP, dem zuständigen Komitee der EMA, wurde am 28. April 2016 das Kombinationspräparat ZAVICEFTA zur Zulassung empfohlen. Das neue Arzneimittel enthält das bereits lange bekannte Cephalosporin Ceftazidim (2,0 g) in Kombination mit dem neu entwickelten ß-Laktamase-Inhibitor Avibactam (0,5 g).

 

Da Avibactam die ß-Laktamasen der Klassen A und C, sowie einige der Klasse D inhibiert, wird die Hydrolyse des Cephalosporins verhindert und eine Wirksamkeit auch bei zahlreichen ß-Laktamase-produzierenden, resistenten Erregern wiederhergestellt.

 

ZAVICEFTA ist für die Behandlung der folgenden Infektionen bei Erwachsenen indiziert:

- Komplizierte abdominelle Infektionen

- Komplizierte Harnwegsinfektionen

- nosokomial erworbene Pneumonie (HAP),

 einschl. Pneumonien bei beatmeten Patienten (VAP)

Mit einer Zulassung kann in etwa zwei Monaten gerechnet werden.

 

Summary of Opinion ZAVICEFTA (EMA), 28. April 2016

 

 

7. Mai 2016

Mupirocin-Prophylaxe - universeller oder gezielter Einsatz?

 

Eine Verabreichung von Mupirocin-haltiger Nasensalbe (TURIXIN) wird als präoperative Maßnahme empfohlen, um die nasale Besiedlung mit Methicillin-resistenten Staphylokokken (MRSA) zu beseitigen und die Häufigkeit postoperativer Wundinfektionen zu reduzieren. Diese Prophylaxe kann entweder nach vorheriger mikrobiologischer Untersuchung nur bei kolonisierten Patienten erfolgen oder als ungezielte Prophylaxe bei allen Patienten durchgeführt werden. Das Ausmaß der zu erwartenden Resistenzentwicklung der Erreger ist kaum abzuschätzen, weil entscheidende Kenntnisse über die mikrobiologischen Zusammenhänge fehlen. Aktuell publizierte Modellrechnungen deuten darauf hin, dass die Resistenzrisiken auch bei universeller Verwendung eher gering sind.1 Trotzdem entspricht der gezielte Einsatz nach vorheriger mikrobiologischer Diagnostik sicherlich eher den Prinzipien einer rationalen Verwendung von Antibiotika. Der zusätzliche Aufwand sollte dem nicht im Wege stehen, weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Klärung der offenen Fragen sind jedoch notwendig.2

 

1. Hetem DJ, Bootsma MC, Bonten MJ. Prevention of Surgical Site Infections: Decontamination With Mupirocin Based on Preoperative Screening for Staphylococcus aureus Carriers or Universal Decontamination? Clin Infect Dis. 2016 Mar 1;62(5):631-6

 

2. Deeny SR, Worby CJ, Tosas Auguet O et al. More Research Is Needed to Quantify Risks, Benefits, and Cost-Effectiveness of Universal Mupirocin Usage. Clin Infect Dis. 2016 May 1;62(9):1193-4

 

April 2016

 

14. April 2016

Metronidazol-assoziierte Enzephalopathie (Fallbericht)

 

Metronidazol besitzt ein neurotoxisches Potenzial. Charakteristische Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Ataxie, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Extremitäten und Krampfanfälle. Bei länger andauernder Therapie sind im MRT feststellbare reversible Hirnläsionen mit Symptomen wie Dysarthrie, Gangstörungen beobachtet worden. Dies wird eindrucksvoll demonstriert am Fall eines 58-jährigen Patienten, der in seiner Wohnung gestürzt war. Er war mehr als drei Wochen lang mit Metronidazol wegen einer C. difficile Infektion behandelt worden (Kasuistik mit MRT-Bildern).

 

Farmakiotis D, Zeluff B. Metronidazole-associated Encephalopathy. N Engl J Med 2016; 374:1465

 

Einen Übersichtsartikel zur Neurotoxizität von Antibiotika finden Sie in der Zeitschrift für Infektionstherapie, Heft 5, 2015 (Archiv)

 

9. April 2016

Antimykotika zur systemischen Therapie

 

Während jahrzehntelang nur das schlecht verträgliche Amphotericin B zur Verfügung stand, sind heute insgesamt fünf Azole und drei Echinocandine im Handel, die bei systemischen Mykosen in Frage kommen. Dabei müssen Unterschiede im Spektrum, bei den pharmakokinetischen Eigenschaften und hinsichtlich der Indikationen beachtet werden. Die Arzneistoffe unterscheiden sich wesentlich in ihrem Wirkungsmechanismus, ihr Angriffspunkt in der Pilzzelle ist sehr unterschiedlich. 

 

Einen Übersichtsartikel zu den Antimykotika finden Sie in der neuen Ausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie (Archiv, Heft 2 / 2016, Passwort erforderlich)

Angriffspunkte der Antimykotika (Abbildung bitte anklicken zum Vergrößern)

 

Angriffspunkte der Antimykotika
Antimykotika Angriffspunkte.pdf
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6. April 2016

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie 

(bis 2015: Zeitschrift für Chemotherapie)

 

Heft 2, 2016 der Zeitschrift für Infektionstherapie ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur für Abonnenten). Der Übersichtsartikel beschreibt die pharmakologischen und therapeutischen Eigenschaften der Antimykotika zur systemischen Therapie.

 

Die Kurzbeschreibung des neuen Azol-Antimykotikums Isavuconazol ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie Adäquate Therapie bei Infektionen durch multiresistente Erreger.

 

1. April 2016

Das Fehlen einer Diagnose lässt sich nicht durch eine Dreifach-Kombination ersetzen.

Diese und andere "Merksätze der Infektiologie" finden Sie in unserer Rubrik "Mikrobiologie und Therapie"

 

1. April 2016

Adäquate Antibiotikatherapie – multiresistente Erreger

 

Der konsequente Einsatz kulturbasierter Methoden zum Nachweis von Erregern aus der ESKAPE-Gruppe ermöglicht eine adäquate Patientenversorgung auch ohne den unkontrollierten Einsatz von Breitspektrumantibiotika. Eine aktuelle Studie bei Patienten auf Intensivstationen zeigte, dass bei einem wöchentlichen Screening auf Erreger mit ESBL-Bildung der negative Voraussagewert bei über 99% lag, d.h. bei diesen Patienten kann auf die primäre Verordnung von Antibiotika mit breitem Spektrum verzichtet werden. Dies stellt einen wesentlichen Beitrag zum Antibiotic Stewardship Programm einer Klinik dar (einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema finden Sie im Heft 2, 2016 oder in unserer Rubrik "Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie").

 

Bruyère R, Vigneron C, Bador J, Aho S, Toitot A, Quenot JP, Prin S, Charles PE. Significance of Prior Digestive Colonization With Extended-Spectrum β-Lactamase-Producing Enterobacteriaceae in Patients With Ventilator-Associated Pneumonia. Crit Care Med. 2016 Apr;44(4):699-706

 

März 2016

 

31. März 2016

Therapiedauer bei einer Lyme-Borreliose

 

Patienten mit einer Lyme-Borreliose berichten oft über anhaltende Symptome nach einer Behandlung mit Antibiotika. Eine langfristige Antibiotikatherapie im Anschluss an die zweiwöchige Behandlung mit Ceftriaxon ist bei Patienten mit chronischen Beschwerden jedoch nicht sinnvoll. Im Vergleich mit Placebo zeigte die 12-wöchige Behandlung mit Doxycyclin oder Clarithroymcin plus Hydroxychloroquin keinen Vorteil, es traten lediglich vermehrt unerwünschte Wirkungen auf. Diese Studie aus Europa bestätigt die Ergebnisse einer früheren Untersuchung aus Nordamerika.

 

Berende A. et al. Randomized Trial of Longer-Term Therapy for Symptoms Attributed to Lyme Disease. N Engl J Med. 2016;374:1209-1220 (FREE FULL TEXT)

 

 

23. März 2016

Zika-Virus Infektionen

 

Aktuelle Informationen

Vom New England Journal of Medicine werden auf einer frei zugänglichen Sonderseite "Zika-Virus" kontinuierlich Informa-tionen zum aktuellen Ausbruch der Erkrankung zusammen-gestellt.

 

Mikrozephalie

 

Infektionen mit dem Zika-Virus während der Schwanger-schaft sind mit Fehlbildungen beim Ungeborenen assoziiert. Unklar ist bisher, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Mikrozephalie des Kindes ist, wenn die Infektion im ersten Drittel der Schwangerschaft erfolgte. Die retrospektive Auswertung eines früheren Ausbruchs in den Jahren 2013 / 2014 in Französisch-Polynesien kam zu dem Ergebnis, dass die Spontanrate dieser schweren Fehlbildung bei etwa 2 von 10.000 Lebendgeborenen liegt, bei Frauen mit einer Zikavirus-Infektion im ersten Trimenon steigt die Häufigkeit auf 95 pro 10.000 Neugeborene an und liegt damit bei etwa 1%. 

Cauchemez, S. et al. Association between Zika virus and microcephaly in French Polynesia, 2013–15: a retrospective study. Lancet 2016 (online first, March 15, 2016)

 

Februar 2016

 

27. Februar 2016

Neutropenie nach Ceftarolin

 

Bereits kurz nach der Markteinführung wurden Berichte über Neutropenien in Assoziation mit einer Ceftarolin-(ZINFORO)-Therapie publiziert.1,2 Meist wurde das Antibiotikum außerhalb der zugelassenen Indikationen zum Beispiel zur Behandlung einer Osteomyelitis gegeben, die Behandlungsdauer lag im Median bei vier Wochen. Während der Behandlung mit dem Cephalosporin sollten Blutbildkontrollen erfolgen, bei einer Anzahl von weniger als 1500 Neutrophilen / mm3 Blut sollte die Therapie mit Ceftarolin beendet werden.

 

1. Jain R et al. High incidence of discontinuations due to adverse events in patients treated with ceftaroline. Pharmacotherapy. 2014;34:758-63

 

2. LaVie KW et al. Neutropenia Associated with Long-Term Ceftaroline Use. Antimicrob Agents Chemother. 2015;60:264-9

 

18. Februar 2016

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie  (bis 2015: Zeitschrift für Chemotherapie)

 

Heft 1, 2016 der Zeitschrift für Infektionstherapie ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur für Abonnenten). Der Übersichtsartikel beschreibt die Höhen und Tiefen in der Infektiologie der letzten 25 Jahre.

 

Die Kurzbeschreibung des neuen Cephalosporins Ceftolozan in Kombination mit Tazobactam ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie  Analyse mikrobieller Populationen (Mikrobiom).

 

6. Februar 2016

Akute Bilharziose bei einem Medizinstudenten

 

Auslandsaufenthalte sind bei Studierenden beliebt und werden gefördert. Famulaturen und Praktika in außereuropäischen Regionen können allerdings mit infektiologischen Risiken verbunden sein. Dies musste ein 24-jähriger Medizinstudent erfahren, der während einer Famulatur in Uganda ein Bad im Nil genommen hatte. Bald nach seiner Rückkehr in die Niederlande erkrankte er und suchte nach einigen Wochen mit andauerndem Husten, Diarrhöen und Exanthem eine Klinik auf. Die Diagnose lautete Katayama Fieber – also eine akute Schistosomiasis, auch bekannt als Bilharziose. Der Fallbericht mit Röntgenbild und dermatologischem Befund wurde im New England Journal of Medicine veröffentlicht (frei zugänglich). Durch eine Behandlung mit dem Anthelmintikum Praziquantel konnte der Patient geheilt werden.

 

Puylaert C.A.J. und van Thiel P.-P.

N Engl J Med 2016; 374:469

 

3. Februar 2016

Zika-Virus - Epidemiologie, klinische Symptomatik, Diagnose und Therapie

 

Aus medizinischer Sicht wurden die Fakten über den aktuellen Zika-Virus Ausbruch in Südamerika und anderen Regionen zusammengestellt und in der Zeitschrift Annals of Internal Medicine veröffentlicht. Die kurze Publikation geht auf die Epidemiologie und Diagnostik, sowie auf die sehr begrenzten Möglichkeiten der symptomatischen Therapie und Prävention ein. Die Veröffentlichung ist frei zugänglich.

 

Chen LH, Hamer DH. Zika Virus: Rapid Spread in the Western Hemisphere. Ann Intern Med. 2016 Feb 2.  [Epub ahead of print]

 

1. Februar 2016

Elbasvir / Grazoprevir – ein Kombinationspräparat zur Behandlung der chronischen Hepatitis C Infektion

 

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat am 28. Januar 2016 ein weiteres Kombinationspräparat zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen. Unter dem Namen Zepatier wird eine Kombination aus einem Proteaseinhibitor (Grazoprevir) und einem NS5A-Inhibitor (Elbasvir) angeboten.

 

1. Full Prescribing Information Zepatier

2. FDA-Mitteilung

 

Januar 2016

 

22. Januar 2016

Plasmid-kodierte, übertragbare Colistin-Resistenz

 

Colistin bzw. Colistin-Methansulfonat (COLISTIMETHAT u.a.) wird bei lebensbedrohlichen Infektionen durch gramnegative Erreger eingesetzt, wenn andere Antibiotika nicht infrage kommen. Bisher wurde eine Plasmid-gebundene Colistin-Resistenz, die zwischen verschiedenen Bakterienarten übertragen werden kann, nicht beschrieben. Vor einigen Wochen berichteten Wissenschaftler aus China erstmals über das übertragbare Gen mcr-1 in E. coli, welches eine Colistin-Resistenz vermittelt. Anschließende Untersuchungen zeigten, dass das in Fernost beschriebene Resistenzgen auch in Europa bereits seit einigen Jahren verbreitet ist. Die weltweite, massenhafte Verwendung von Colistin in der Nutztierhaltung ist offenbar ein wesentlicher Motor dieser katastrophalen Entwicklung.

 

1. Liu YY, Wang Y, Walsh TR, Yi LX, Zhang R, Spencer J et al.
Emergence of plasmid-mediated colistin resistance mechanism MCR-1 in animals and human beings in China: a microbiological and molecular biological study. Lancet Infect Dis. 2015 Nov 18. [Epub ahead of print]


2: Falgenhauer L, Waezsada SE, Yao Y, Imirzalioglu C, Käsbohrer A, Roesler U, Michael GB, Schwarz S, Werner G, Kreienbrock L, Chakraborty T; RESET consortium. Colistin resistance gene mcr-1 in extended-spectrum β-lactamase-producing and carbapenemase-producing Gram-negative bacteria in Germany. Lancet Infect Dis. 2016 Jan 7.  [Epub
ahead of print]

 

 

18. Januar 2016

Fluorchinolon-induzierte Tendopathien: zwei bemerkenswerte aktuelle Publikationen

 

Berechnungen der FDA zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Fluorchinolonen und Sehnenrupturen.1 Insgesamt wurden 2495 Fallberichte ausgewertet. Der EBGM-Wert zur Quantifizierung der Assoziation war für Levofloxacin (TAVANIC u.a.) deutlich höher als für andere Chinolone. Eine weitere Studie aus Spanien zeigt, dass der Einsatz von Levofloxacin zur Tuberkulose-Prophylaxe bei Transplantationspatienten nicht sinnvoll ist, weil bei längerfristiger Gabe von 500 mg täglich bei 18% der Patienten - und damit unerwartet häufig - eine schwerwiegende Tendosynovitis auftrat.2

 

1. Arabyat RM, Raisch DW, McKoy JM, Bennett CL. Fluoroquinolone-associated tendon-rupture: a summary of reports in the Food and Drug Administration's adverse event reporting system. Expert Opin Drug Saf. 2015 Nov;14(11):1653-60

 

2. Torre-Cisneros J, San-Juan R, Rosso-Fernández CM, Silva JT et al. Tuberculosis prophylaxis with levofloxacin in liver transplant patients is associated with a high incidence of tenosynovitis: safety analysis of a multicenter randomized trial. Clin Infect Dis. 2015 Jun 1;60(11):1642-9.

 

 

16. Januar 2016

Antimykotische Therapie – eine neue Internetseite informiert aktuell über Arzneimittelinteraktionen

 

In Nijmegen, Niederlande, wurde eine neue Internetseite entwickelt, auf der die Informationen über Interaktionen von Azolen, Echinocandinen und anderen Antimykotika mit Arzneimitteln aus anderen Wirkstoffgruppen zusammengestellt wurden. Nachdem man ein Antimykotikum und eine andere Substanz ausgewählt hat, erhält man eine abgestufte Empfehlung, um die Therapie gegebenenfalls anzupassen. Die Seite www.fungalpharmacology.org ist übersichtlich, einfach in der Handhabung und soll in Zukunft regelmäßig aktualisiert werden.

 

Lempers VJ, Brüggemann RJ. Antifungal therapy: drug-drug interactions at your fingertips. J Antimicrob Chemother. 2016; 71(2):285-9

 

5. Januar 2016

Rote Hand Brief Viekirax / Exviera und Leberfunktion

 

Der Hersteller AbbVie informiert in einem Rote-Hand-Brief über wichtige Sicherheitsinformationen bezüglich der Leberfunktion bei der Anwendung von Viekirax® mit oder ohne Exviera®. Wir hatten bereits am 23. Oktober 2015 an dieser Stelle auf die entsprechende Meldung der FDA hingewiesen.

 

Dezember 2015

 

31. Dezember 2015

Guten Rutsch!

Wir wünschen den Lesern und Abonnenten der Zeitschrift für Infektionstherapie einen guten Rutsch in ein gesundes, erfolgreiches und glückliches Neues Jahr 2016! Wir werden Sie auch im kommenden Jahr aktuell und kontinuierlich über wichtige Entwicklungen im Bereich der Infektionstherapie informieren.

Herausgeber und Redaktion der Zeitschrift

 

14. Dezember 2015

Mitteilung der Herausgeber: Namensänderung der Zeitschrift

 

Nach 36 Jahren wird die „Zeitschrift für Chemotherapie“ ab 2016 in „Zeitschrift für Infektionstherapie“ umbenannt.

 

Während das Wort „Chemotherapie“ ursprünglich von Paul Ehrlich auf die antiinfektive Therapie bezogen wurde, um diese Form der Behandlung von der „Serotherapie“ abzugrenzen, wird heute der Begriff meist onkologisch interpretiert. Eine Anpassung an diese Veränderungen ist daher sinnvoll. Darüber hinaus möchten wir mit der Namensänderung in der gegenwärtigen aktuellen infektiologischen Resistenzdiskussion unsere langjährige besondere Kompetenz auf dem Gebiet der rationalen, wissenschaftlich begründeten Infektionstherapie deutlicher dokumentieren.

 

Die Internetausgabe der Zeitschrift für Infektionstherapie ist unter der Adresse www.infektio.de erreichbar. Für eine Übergangszeit werden zunächst alle Inhalte der Internetversion weiter auch unter www.zct-berlin.de erreichbar sein. Wir bitten Sie, entsprechende Lesezeichen in Ihrem Internet-Browser zu ändern.

 

Für unsere Abonnenten und Leser werden sich durch den neuen Namen keine weiteren Veränderungen ergeben.

 

4. Dezember 2015

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Chemotherapie

 

Heft 6, 2015 der ZCT ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur für Abonnenten). Der Übersichtsartikel behandelt die Renaissance alter Antibiotika mit einem Fokus auf Nitrofurantoin.

 

Die Kurzbeschreibung des neuen Glykopeptid-Antibiotikums Oritavancin ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie, Bakterielle Biofilme: Diagnostik am Beispiel der Pneumonie

 

 

November 2015

 

21. November 2015

 

Trotz neuer Gesetze:

Verbrauch von Fluorchinolonen in der Tiermedizin nimmt deutlich zu!

 

Der massenhafte Gebrauch von Antibiotika in der Veterinärmedizin und Landwirtschaft ist erschreckend. Die neuen Gesetze scheinen auf den ersten Blick zwar den erwünschten Effekt zu haben, eine differenzierte Betrachtung zeigt allerdings, dass gerade bei den für die Humanmedizin wichtigen Fluorchinolonen kein Rückgang zu verzeichnen ist.

 

In der Zeitschrift für Chemotherapie ist in mehr als drei Jahrzehnten immer wieder auf diese Problematik hingewiesen worden, wie die folgenden Beispiele zeigen:

 

Heft 6, 1984 (Archiv):

Enteritiden durch resistente Salmonellen von Antibiotika-gefütterten Tieren.

 

Heft 2, 1986 (Archiv):

Irrationaler Gebrauch von Antibiotika – die wichtigsten Ursachen eines weit verbreiteten Phänomens.

 

Heft 4, 1990 (Archiv):

Chinolone bei Geflügel-Salmonellose?

 

Zitat aus Heft 4/1990: Die Ausbietung von Chinolonen für die Veterinärmedizin lässt eine alte Diskussion neu aufleben: Ist es sinnvoll antibakterielle Substanzen, die bei schwersten Infektionen indiziert sein können, im veterinärmedizinischen Bereich einzusetzen? Wenn wir die Vorteile der Chinolone noch eine möglichst lange Zeit nutzen wollen, kann nur vor einer allzu breiten, unkritischen und letztlich nicht indizierten Anwendung gewarnt werden!“

 

Die Bemühungen um eine rationale Antibiotikatherapie dürfen nicht nachlassen - nach wie vor sind Maßnahmen in vielen Bereichen notwendig, um eine Reduktion des Gebrauchs zu erreichen und um wenigstens die Geschwindigkeit der Resistenzausbreitung zu reduzieren.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Chemotherapie (Heft 6 / 2015, Passwort erforderlich).

 

 

18. November 2015

Tuberkulosebakterien mit Resistenz gegen Bedaquilin und Delamanid

 

In einem Schweizer Krankenhaus wurde ein Patient aus Tibet mit einer extensiv resistenten Tuberkulose behandelt. Der Erreger war praktisch gegen alle Antituberkulotika resistent. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Mykobakterien auch gegen die beiden neueren Antituberkulotika Bedaquilin (SIRTURO) und Delamanid (DELTYBA) Resistenz entwickelten. Schließlich wurde bei dem Patienten nach mehr als zwei Jahren Arzneitherapie eine Lobektomie vorgenommen. Nach dem chirurgischen Eingriff waren keine Mykobakterien mehr nachweisbar.

 

Bloemberg GV et al. Acquired Resistance to Bedaquiline and Delamanid in Therapy for Tuberculosis. N Engl J Med. 2015;373:1986-8 (FREE FULL TEXT)

 

 

Oktober 2015

 

24. Oktober 2015

Indikationserweiterung für CUBICIN (Daptomycin)

 

Das Komitee CHMP der European Medicines Agency (EMA) hat am 22. Oktober eine Indikationserweiterung für CUBICIN (Daptomycin) empfohlen. Während das Antibiotikum bisher nur für Erwachsene zugelassen war, kann es nun auch bei Kindern und Jugendlichen zwischen 1 und 17 Jahren zur Behandlung komplizierter Haut- und Weichgewebeinfektionen angewandt werden.

CHMP Summary of Opinion CUBICIN

 

23. Oktober 2015

FDA-Warnung: Akute schwerwiegende Leberschäden im Zusammenhang mit der Einnahme von Hepatitis C- Kombinationspräparaten

 

Die FDA warnte am 22. Oktober 2015 vor möglichen Leberschäden durch die Arzneimittel VIEKIRA PAK (in Deutschland: EXVIERA plus VIEKIRAX) und TECHNIVIE (in Deutschland: VIEKIRAX), die zur Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen sind (FDA Drug Safety Communication). Weltweit sind mindestens 26 Fälle von akuten, schwerwiegenden hepatischen Reaktionen bekannt geworden, die innerhalb von ein bis vier Wochen nach Beginn der Therapie mit diesen Kombinationspräparaten auftraten und als „möglich“ oder „wahrscheinlich“ Arzneimittel-verursacht eingestuft wurden. Meist waren Patienten betroffen, bei denen bereits zu Therapiebeginn mit VIEKIRA PAK eine fortgeschrittene Leberzirrhose bestand. Eine engmaschige Überwachung der Leberfunktion wird bei diesen Patienten empfohlen. Beim Auftreten entsprechender Symptome, wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Ikterus etc. sollten sich Patienten an einen Arzt wenden. Von einem Absetzen der Therapie ohne ärztlichen Rat wird wegen des Risikos der Resistenzentwicklung abgeraten.

 

22. Oktober 2015

Neurotoxizität von Antibiotika

 

Fast alle zur antiinfektiven Therapie angewandten Arzneimittel können neurotoxische Wirkungen haben, die sich am peripheren und / oder am zentralen Nervensystem, bzw. an den Sinnesorganen manifestieren. Dies gilt für die ältesten Antibiotika, die Penicilline, ebenso, wie für neue vollsynthetische Wirkstoffe. Die Kenntnis dieser neurotoxischen Unverträglichkeitsreaktionen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive und sichere Therapie. Bei Beachtung bekannter Risikofaktoren und Aufklärung des Patienten ist es möglich, Häufigkeit und Ausmaß dieser teils irreversiblen, bedeutsamen Nebenwirkungen einer antiinfektiven Therapie zu vermeiden.

Eine Übersicht zu der Thematik erschien in Heft 5 der ZCT

(online verfügbar für Abonnenten mit Passwort)

Zeitschrift für Chemotherapie, 5 / 2015

 

 

 

13. Oktober 2015

Verursachen Fluorchinolone eine Aortendissektion?

 

Epidemiologen aus Taiwan beschreiben eine Assoziation zwischen der Einnahme eines Fluorchinolons und schweren Aortenerkrankungen (Dissektion, Aneurysma). Eine rate ratio (RR) von 2,43 (95%CI 1,83 – 3,22) wurde berechnet, wenn das Medikament innerhalb von 60 Tagen vor dem Ereignis genommen worden war; lag die Einnahme länger zurück, war die RR etwas geringer. Ein Einfluss unberücksichtigter Störfaktoren auf das Ergebnis ist möglich. Denkbar wäre zum Beispiel, dass die Befunde zufällig erhoben wurden, wenn vor der Verschreibung eines Antibiotikums eine CT-Untersuchung durchgeführt wurde.

 

ANMERKUNG DER REDAKTION:

Die Autoren diskutieren die Effekte auf die Aorta im Zusammenhang mit Wirkungen der Chinolone auf Sehnen, bei denen kein Zweifel an einem Kausalzusammenhang besteht. Ausgangspunkt der Überlegungen ist der Kollagenanteil der Aorta. Ähnliche Argumentationen wurden vor einigen Jahren publiziert, um die Assoziationen zwischen Retinopathien und einer Chinolontherapie zu erklären. Diese konnten jedoch in nachfolgenden Studien nicht bestätigt werden. Retina und Aorta sind zwar kollagenhaltige Strukturen im menschlichen Körper, aber im Unterschied zur Sehne werden sie besser versorgt. Während Sehnen bradytrophe, nicht vaskularisierte Strukturen sind, erhalten die Kollagenschichten in anderen Organen rascher und unmittelbarer Nährstoffe aus dem Blut. Wahrscheinlich können die Chinolone Sehnen schädigen, weil sie mit Magnesium Chelate bilden und der Magnesiummangel nicht rasch ausgeglichen werden kann.2 Daher ist der Analogieschluss zwischen Sehne, Retina und Aorta problematisch und es ist fraglich, ob die Assoziation zwischen einer Chinolontherapie und Aortaschäden in Folgestudien bestätigt werden kann.

 

1. Lee CC, Lee MG, Chen YS, Lee SH, Chen YS, Chen SC, Chang SC. Risk of Aortic Dissection and Aortic Aneurysm in Patients Taking Oral Fluoroquinolone. JAMA Intern Med. 2015 Oct 5:1-9. doi: 10.1001/jamainternmed.2015.5389. [Epub ahead of print]

 

2. Sendzik J, Lode H, Stahlmann R. Quinolone-induced arthropathy: an update focusing on new mechanistic and clinical data. Int J Antimicrob Agents. 2009 Mar;33(3):194-200

 

5. Oktober 2015

Der Nobelpreis für Medizin geht an die Chinesin YouYou Tu für ihren Anteil bei der Entwicklung Artemisinin-haltiger Malariamittel. In Deutschland sind zwei Kombinationspräparate im Handel.

 

Bereits im Jahr 340 n.C. wurde im chinesischen „Handbuch für die Verschreibung von Arzneimitteln in Notfällen“ bei Fieber eine wässrige Zubereitung von Beifußkraut beschrieben. In den 1970er Jahren wurde Qinghaosu (= Artemisinin) als Wirkstoff dieser Pflanze (Artemisia annua) identifiziert. Nachteile der Substanz sind die kurze Wirkdauer und relativ häufig auftretende Rezidive. Artemisinin-Derivate werden daher mit länger wirksamen Stoffen kombiniert.

 

Mit RIAMET (Artemether plus Lumefantrin) steht seit mehr als 10 Jahren ein entsprechendes Arzneimittel zur Malariatherapie zur Verfügung (vgl. ZCT Heft 2, 2002). Die Kombination aus  Dihydroartemisinin und Piperaquin (EURARTESIM) ist eine ähnlich zusammengesetzte Alternative (vgl. ZCT Heft 1, 2013).

 

Hinweis: Aktuelle Informationen über geeignete Arzneimittel, Behandlungsrichtlinien, aktuelle klinische Studien und andere Aspekte der Malaria-Therapie finden Sie unter http://www.dtg.org/malaria.html

 

5. Oktober 2015

Aluminiumgehalt in Impfstoffen – eine aktuelle Sicherheitsbewertung

 

Immer wieder werden in der Öffentlichkeit die möglichen toxischen Wirkungen des Aluminiums diskutiert. Im „Bulletin zur Arzneimittelsicherheit“ erschien eine aktuelle Sicherheitsbewertung von Aluminium in Impfstoffen. Das Europäische Arzneibuch (Ph. Eur.) begrenzt den Aluminiumgehalt auf 1,25 mg pro Dosis. Die bei uns zugelassenen Impfstoffe liegen alle deutlich unter diesem Grenzwert (Bereich 0,125–0,82 mg Aluminium / Dosis). Die Exposition durch aluminiumhaltige Impfungen liegt in den ersten beiden Lebensjahren im Bereich der Aufnahme durch die Nahrung. Der Beitrag von Impfungen zur lebenslangen Aufnahme von Aluminium ist damit gering und angesichts des Nutzens der Impfungen vertretbar. Es sind keine Untersuchungen bekannt, die eine Gefährdung von Kindern oder Erwachsenen durch Impfungen mit aluminiumhaltigen Adjuvanzien zeigen.

 

WEISSER, K., HEYMANS, L., KELLER-STANISLAWSKI, B.

Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, Ausgabe 3, September 2015, Seite 7-11

 

 

2. Oktober 2015

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Chemotherapie

 

Heft 5, 2015 der ZCT ist jetzt im Internet verfügbar (PDF nur für Abonnenten). Der Übersichtsartikel beschreibt die Neurotoxizität von Antibiotika.

 

Die Kurzbeschreibung des neuen Glykopeptid-Antibiotikums Dalbavancin ist in der Rubrik "Antiinfektiva > Neueinführungen" frei verfügbar, ebenso wie der aktuelle mikrobiologische Beitrag in der Reihe Aktuelle Epidemiologie und Diagnostik in der Mikrobiologie  Bakterielle Biofilme: Diagnostik und Therapie am Beispiel der bakteriellen Vaginose.

 

 

 

1. Oktober 2015

Kombinationspräparate zur einmal-täglichen antiretroviralen Therapie mit drei antiviralen Wirkstoffen in einer Tablette

 

Angesichts der Notwendigkeit zur lebenslangen Therapie und der raschen Resistenzentwicklung der Viren bei subinhibitorischen Konzentrationen der Wirkstoffe, ist eine möglichst optimale Compliance bzw. Adhärenz des Patienten von erheblicher Bedeutung. Daher ist die Entwicklung von Präparaten mit drei Wirkstoffen in einer Tablette oder Kapsel, die nur einmal täglich genommen werden muss, als ein wesentlicher Fortschritt zu bewerten. Bis heute wurden insgesamt fünf entsprechende Präparate entwickelt.

 

Die Tabelle gibt einen Überblick über die Zusammensetzung der Arzneimittel (anklicken zum Vergrößern, PDF zum download)

Informationen für Ärzte und Apotheker zur rationalen Infektionstherapie

Die Zeitschrift für Infektionstherapie (bis 2015: "Zeitschrift für Chemo-therapie") erscheint im Jahr 2016 im 37. Jahrgang. Herausgeber und Redaktion sind bemüht, Sie kontinu-ierlich und aktuell über wichtige Entwicklungen im Bereich der Infektionstherapie zu informieren.

 

Die vollständigen, aktuellen Ausgaben der Zeitschrift sind nur im Abonnement erhältlich.

 

Nach 24 Monaten stehen die Hefte als PDF-Dateien  frei zur Verfügung (Frühere Ausgaben und Register).

 

Wir bieten Ihnen auf diesem Wege ebenfalls alle Artikel der Rubrik "Neueinführungen" und einige andere regelmäßige Beiträge aus der ZCT an.

 

Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
23. August 2016

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