Schwangerschaftspyelonephritis

Kasuistik:

 

Eine 23 Jahre alte Patientin ist im fünften Monat schwanger und kommt in die Praxis wegen seit mehreren Tagen zunehmendem rechtsseitigen Flankenschmerz, Dysurie, Abgeschlagenheit, Inappetenz und subfebrilen Temperaturen. Aus der Anamnese der Patientin sind keine Harnwegs- oder Niereninfektionen bekannt, besondere Reise- oder sonstige Infektionsauffälligkeiten bestehen ebenfalls nicht.

 

 

Diagnostik:

 

Die körperliche Untersuchung bestätigt zunächst eine erhöhte Körpertemperatur mit 38° C axillär gemessen. Weiterhin ist eine deutliche Klopf- und Druckempfindlichkeit des rechten Nierenlagers nachweisbar. Die Herz-Kreislaufverhältnisse sind unauffällig; die Sonographie der Nieren ergibt keinen Hinweis auf eine Stauung in beiden Nierenbecken. 

Die Untersuchung des Urinsediments ergibt eine deutliche Leukozyturie und Bakteriurie. Im Mittelstrahlurin können 104  E. coli pro ml Urin nachgewiesen werden. Die mikrobiologische Bestimmung ergibt keine Resistenzen gegenüber allen üblicherweise wirksamen Chemotherapeutika.

 

 

Pathogenese:

 

Die anatomischen, funktionellen und immunologischen Veränderungen im Harntrakt bei Schwangerschaft disponieren relativ häufig zu Infektionen der oberen und unteren Harnwege. Nicht selten löst auch eine Gravidität den akuten Schub einer schon länger bestehenden, bisher aber unbemerkt chronischen Pyelonephritis aus. Die Keimzahl von 104 /ml eines typischen Infektionserregers wird heute als signifikant akzeptiert.

 

 

Therapie:

 

Die Behandlung einer Harnwegsinfektion in der Schwangerschaft unterscheidet sich prinzipiell nicht von der Therapie einer akuten Pyelonephritis. Sie wird allerdings dadurch erschwert, dass einige antimikrobiell wirksame Substanzen auch aus Verträglichkeitsgründen in der Schwangerschaft nicht verabreicht werden können (Aminoglykoside, Doxycyclin, Cotrimoxazol, Nitrofurantoin, Fluorchinolone, Sulfonamide). Die Therapie stützt sich daher während der Schwangerschaft auf Aminobenzyl-Penicilline mit oder ohne Betalaktamaseinhibitoren und Oralcephalosporine. Bei der hier dargestellten Patientin wurde eine achttägige Therapie mit zweimal 750 mg Amoxicillin (AMOXYPEN u.a.) vorgenommen. 

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
27. Juli 2017

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