Herpes zoster

 (aus ZCT Heft 4, 1996, aktualisiert)

 

Kasuistik:

 

Eine 72 Jahre alte Frau mit langjähriger Diabetes mellitus-Anamnese sowie einer - mit mittleren Steroid-Dosierungen behandelten - chronischen Bronchitis kommt in die Praxis und klagt über eine umschriebene, etwas bandförmig angeordnete, im unteren rechten lateralen Thoraxbereich aufgetretene Rötung der Haut mit Bildung kleiner gruppenförmig angeordneter Knötchen. Diese Hautveränderungen seien mit erheblichen Schmerzen einhergegangen und teilweise hätten sich die Knötchen schon in kleine Papeln mit wasserhellen Bläschen umgewandelt. Vorübergehend seien auch subfebrile Temperaturen aufgetreten und die Schmerzen hätten deutlich an Intensität zugenommen.

 

 

Bemerkung:

 

Die Inspektion der Hautveränderungen zeigt die recht typischen Veränderungen eines Herpes zoster in relativ frühem Stadium mit Beschränkung auf ein Hautdermatom. Eine diagnostische Sicherung ist bei dem typischen klinischen Krankheitsbefund nicht notwendig. Wegen der immunologischen Risikofaktoren der Patientin mit höherem Alter, Diabetes mellitus und Steroidbehandlung sollte zur Verhinderung eines disseminierten Verlaufes eine gezielte Therapie vorgenommen werden.

 

 

Therapie:

 

Die Basistherapie besteht zunächst in der Gabe von symptomatischen Lokaltherapeutika (z.B. Anaesthesul Lotio) sowie die Verordnung von Analgetika [z.B. Paracetamol (BEN-U-RON u.a.)]. - Die spezifische Therapie sollte mitAciclovir oral (ZOVIRAX u.a.) in einer Dosierung von 5 x 800 mg (Kinder 20 mg/kg) täglich erfolgen. Als Alternative mit besserer Resorption und dadurch Dosiseinsparung geltenFamciclovir (FAMVIR) in einer Dosis von 3 x 250 mg täglich oder Valaciclovir (VALTREX) in einer Dosis von 3 x 1000 mg täglich. Bei jungen und immunkompetenten Patienten ist die teure antivirale Therapie nicht unbedingt notwendig, da die routinemäßige Behandlung eines unkomplizierten Zosters nicht empfohlen wird. Nur bei sehr frühem Beginn der Behandlung kann ein geringfügig verkürzter Verlauf der Hauterscheinungen erwartet werden. Die Häufigkeit postherpetischer Neuralgien wurde allerdings nicht in allen Studien signifikant verringert. Eine Ausnahme besteht bei Gesichtslokalisation des Zosters, hier ist zur Vermeidung ophthalmologischer Komplikationen eine antivirale Therapie immer indiziert.

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
21. Oktober 2017

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