Epididymitis

(aus: ZCT 2002; 23: 27, aktualisiert)

 

Kasuistik:

 

Ein 18 Jahre alter  Patient kommt in die Praxis und klagt über seit einigen Tagen bestehende erhebliche Schwellungen und Schmerzen im Bereich des rechten Hodens mit subfebrilen Temperaturen. Zeitweilig bestünde auch ein eitriges Urethralsekret mit Schmerzen beim Wasserlassen. Einige Tage vor Beginn der Symptomatik, so berichtet der Patient, habe er ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer Prostituierten gehabt.

 

 

Diagnostik:

 

Bei der körperlichen Untersuchung fällt eine deutliche Schwellung, Druckdolenz und mäßige Rötung des rechten Nebenhodens auf. Weiterhin besteht eine geringe purulente Sekretion aus der Urethra. Die rektale Untersuchung ist unauffällig, die Körpertemperatur ist mit 38°C geringfügig erhöht. In der mikroskopischen Untersuchung des Urethralsekretes wie auch in der bakteriologischen Kultur werden eindeutig Gonokokken nachgewiesen. Die Resistenzbestimmung ergibt eine gute Empfindlichkeit aufPenicillin G sowie Cephalosporine.

 

 

Pathogenese:

 

Die akute bakterielle Infektion des Nebenhodens bei einem jüngeren Patienten ist zumeist ausgelöst durch Neisseria gonorrhoae oder / und Chlamydia trachomatis. Sehr häufig ist bei derartigen Infektionen auch eine begleitende Urethritis nachzuweisen. Komplizierend kann es auch bei längerer Nichtbehandlung zur Beteiligung des Hodens im Sinne einer Orchitis kommen.

 

 

Therapie:

 

Bei der vorliegenden deutlichen Schwellung und

Druckschmerzhaftigkeit der Nebenhoden sollte für einige Tage Bettruhe mit Hochlagerung sowie Kühlung des Hodens erfolgen. Antibiotisch wird eine kombinierte Therapie ausCeftriaxon (ROCEPHIN) 250 bis 500 mg i.m. oder i.v.  plusDoxycyclin (VIBRAMYCIN u.a.) 2 x 100 mg täglich für acht bis zehn Tage verabreicht. Alternativ kann auch Ofloxacin(TARIVID) 2 x 300 mg täglich über zehn Tage gegeben werden; diese Substanz hat den Vorteil, dass sie sowohl gegen Gonokokken, Chlamydien und auch gegen gramnegative Erreger wirksam ist. Wegen der speziellen Anamnese sollte auch eine Untersuchung hinsichtlich Hepatitis B und einer Lues vorgenommen werden.

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
2. Oktober 2017

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