Akute Tracheobronchitis

 

Kasuistik:

 

In die Praxis kommt ein 65 Jahre alter Patient mit einem seit längerem bekannten Diabetes mellitus-Typ II, der über Husten und purulenten Auswurf klagt. Begonnen hat die Erkrankung vor einigen Tagen mit Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Hinfälligkeit, Schnupfen und unproduktivem Reizhusten sowie Fieber mit ansteigender Tendenz bis maximal 39°C. Seit zwei Tagen war der Hustenreiz plötzlich mit Auswurf verbunden, der sich grünlich-gelblich verfärbt hat; zusätzlich sei Luftnot bei Anstrengung aufgetreten. Die körperliche Untersuchung zeigt eine normale Atemfrequenz bei angedeuteter geringer Zyanose, über der Lunge sind insbesondere bei schneller Exspiration vereinzelt trockene bronchitische Geräusche hörbar. Bei der Inspektion des Rachens zeigten sich im hinteren Pharynxbereich noch Reste eines purulenten Sekretes. Die Untersuchung der Nasennebenhöhlen ergibt keinen Druckschmerz, die weitere körperliche Untersuchung erbringt keine Auffälligkeiten.

 

 

Diagnose und Ätiologie:

 

Die akute Tracheobronchitis ist zumeist eine Virusinfektion, wobei Influenza-, Parainfluenza-, RS- und Adenoviren die Haupterreger darstellen. Insbesondere bei Risikopatienten, aber auch bei Menschen ohne Grunderkrankung, kann es nach der primären Virusinfektion zumeist durch Verminderung der bronchialen Clearancemechanismen zu einer bakteriellen Superinfektion kommen. Die weitaus häufigsten bakteriellen Erreger einer derartigen purulenten Tracheobronchitis sind Haemophilus influenzae und Pneumokokken. Auf eine mikrobiologische Untersuchung kann bei unkomplizierten Fällen durchaus verzichtet werden, zumal eine adäquate Sputumuntersuchung logistisch sehr anspruchsvoll ist mit schnellen Transportwegen und optimaler Aufarbeitung im mikrobiologischen Labor.

 

 

Therapie:

 

Bei den weitaus dominierenden Keimen Pneumokokken und Haemophilus influenzae kann in Deutschland durchaus noch mit Aminobenzylpenicillinen wie Amoxicillin (AMOXYPEN u.a.) behandelt werden. Nur bei Vorbehandlungen und/oder weiteren schwerwiegenden Risikofaktoren wie Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, hohem Alter oder kürzlichem Krankenhausaufenthalt sollten orale Cephalosporinderivate [z.B. Cefuroxim-Axetil (ELOBACT u.a.)] oder Fluorchinolone der Gruppen III oder IV [Levofloxacin (TAVANIC),Moxifloxacin (AVALOX)] eingesetzt werden. Bei jungen, nicht-rauchenden und sonst gesunden Patienten kann auch auf eine antibiotische Therapie verzichtet werden, was in kontrollierten Studien gezeigt werden konnte. Die Behandlungsdauer sollte in der Regel fünf bis sieben Tage nicht überschreiten.

 

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
23. Juni 2017

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