Akne

(aus ZCT Heft 1, 1996, aktualisiert)

 

Kasuistik:

 

Eine 18 Jahre alte Patientin klagt über zunehmende typische Aknebildung im Gesicht, insbesondere auf beiden Wangen, aber auch mit Ausdehnung auf die hinteren Halspartien und teilweise auch auf die Haut des oberen Thorax. Trotz lokaler Behandlung hätten die Pustelbildungen zugenommen und teilweise sei es zu konfluierenden Eiterherden gekommen. In ihrer Tätigkeit als Verkäuferin sei sie durch diese sehr unangenehmen Hautveränderungen erheblich beeinträchtigt und sie erwarte nun wirksame ärztliche Hilfe.

 

 

Pathogenese:

 

Die Akne ist eine chronische Entzündung der Talgdrüsen der Haut. Diese Entzündung wird durch das Corynebacterium acnes ausgelöst und unterhalten, welches in der Lage ist, freie Fettsäuren zu produzieren. Die entzündeten Drüsen können isolierte gelbliche bis rötliche Pusteln bilden, die an der Haut sichtbar sind aber auch mit mehreren Drüsen konfluieren. Zumeist sind diese Läsionen im Gesicht, im Halsbreich, der Thoraxregion und auch im Rückenbereich nachweisbar. Hormonelle Einflüsse werden diskutiert, da diese Erkrankung vorwiegend bei Heranwachsenden auftritt.

 

 

Therapie:

 

Zumeist wird bei leichteren Formen eine Lokalbehandlung mit Vitamin A-Säurederivaten [z.B. Tretinoin (AIROL u.a.)] oder Benzoylperoxid (PANOXYL u.a.) mit zusätzlicher Anwendung von UV-Licht und Ausdrücken der Komedonen eingeleitet. Häufig werden auch lokale Anwendungen von Kombinationspräparaten mit Clindamycin (BASOCIN), Tetrazyklin (IMEX u.a.) oder Erythromycin (AKNEMYCIN u.a.) vorgenommen.

Bei mangelndem Erfolg der lokalen Behandlung oder auch schweren Formen, wie z.B. der Akne conglobata, wird eine orale Behandlung mit einem Tetrazyklin, z.B. mit dem besonders lipophilen Minocyclin (KLINOMYCIN) in einer täglichen Dosis von 50 mg oder mit Doxycyclin (VIBRAMYCIN u.a.) in einer Dosis von maximal 100 mg täglich vorgenommen. Da es sich häufig um eine länger dauernde Therapie handelt, muß diese auch bei der eher niedrigen Dosierung der eingesetzten Substanzen wegen möglicher Nebenwirkungen regelmäßig und intensiv überwacht werden. Die systemische Antibiotika-Therapie bei der Akne ist nur schweren Fällen vorbehalten!

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Letzte Aktualisierung dieser Seiten:
2. Oktober 2017

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