Posaconazol zur intravenösen Infusion

Im Gegensatz zu anderen Triazol-Antimykotika steht Posaconazol (NOXAFIL) seit seiner Einführung in Form einer Suspension oder seit 2014 auch als magensaftresistente Tablette nur zur oralen Therapie zur Verfügung (ZCT Heft 1 / 2006). Da das Arzneimittel aber zur Therapie von invasiven Mykosen indiziert ist, bereitet die orale Verabreichung bei den schwer kranken Patienten nicht selten Probleme. Oftmals besteht eine durch die antineoplastische Chemotherapie induzierte Mukositis mit erheblichen Schluckbeschwerden und relativ häufig kommt es nach oraler Gabe zum Erbrechen.

Mit Hilfe eines Cyclodextrin-Lösungsvermittlers wurde eine Formulierung des Wirkstoffs zur intravenösen Infusion entwickelt, die seit kurzem im Handel ist. Bei einer Infusion in eine periphere Vene wurden häufig lokale Unverträglichkeitsreaktionen festgestellt, wenn die Infusion 90 Minuten dauerte. Auch eine mehrfache Infusion über 30 Minuten war mit einer unakzeptabel hohen Rate von inflammatorischen Reaktionen an der Injektionsstelle verbunden. Bei einer einzelnen Infusion über eine halbe Stunde war die Verträglichkeit dagegen gut und wird als akzeptabel angesehen, wenn auf mögliche Entzündungs­reaktionen an der Einstichstelle geachtet wird. Es wurden Dosierungen zwischen 50 und 300 mg als Einzelinfusion verabreicht. Nach der höchsten Dosis wurden Spitzenkonzentrationen von 2,8 mg/l gemessen, der AUC-Wert wurde mit 46 mg/l x h berechnet. Die Eliminationshalbwertzeit lag bei ca. 25 Stunden [1,2].

 

ZUSAMMENFASSUNG:

 

Eine Lösung von Posaconazol (NOXAFIL) zur intravenösen Infusion wurde entwickelt, um die therapeutischen Möglichkeiten zu erweitern. Das Präparat sollte über einen zentralen Venenkatheter infundiert werden, da insbesondere bei mehrfacher Verabreichung in eine periphere Vene die lokale Verträglichkeit schlecht ist. Die Rate der inflammatorischen Reaktionen bei Infusion in eine periphere Vene ist bei einmaliger Verabreichung über 30 Minuten akzeptabel.

 

1. KERSEMAEKERS, W. M. et al.

Antimicrob Agents Chemother 2015; 59:1246-1251

 

2. EMA Assessment Report

 

 

 

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27. Juli 2017

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